Stendal – „Friedliche Revolution machte bündnisgrüne Politik möglich“

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„Es ist enorm wichtig, bei den Erinnerungen an die Wendezeit gerade auch die ökologischen Fragen nicht zu vergessen. Die Umweltsituation in der DDR war katastrophal. Aus diesem Grund war die Umweltbewegung eine der wesentlichen Säulen, die die politischen Veränderungen mit in Gang gebracht hat.“ Von daher freut sich Zeitzeuge Michael Beleites über die Aktionswoche der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Der Film basiert auf den persönlichen Beobachtungen des Filmemachers Blum zwischen dem 3. Oktober 1989 und dem 3. Oktober 1990 in der damaligen DDR und erneuten Besuchen von Orten und Menschen zehn Jahre später.

„25 Jahre Friedliche Revolution – das ist Erbe und Verpflichtung: Darüber wollen wir mit unseren Gästen sprechen. Was ist hier vor 25 Jahren passiert? Was bedeutet das für unsere Politik heute?“, fragt die bündnisgrüne Politikerin Dalbert. „Wir wollen in unserer Aktionswoche daran erinnern, dass die DDR ein Staat war, der die Umwelt ruiniert hat. Unsere bündnisgrüne Politik ist erst möglich geworden durch die Friedliche Revolution.“

Diese Einschätzung teilt Zeitzeuge Beleites: „Das heute BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN diesen Film hier zeigen ist nur folgerichtig. Nur für die Grünen ist die ökologische Dimension das Entscheidende. Wenn wir jetzt an die Ereignisse von vor 25 Jahren erinnern, dann muss an die damalige Umweltsituation im Mitteldeutschland erinnert werden und dann muss auch an die Arbeit derer erinnert werden, die damals versucht haben, eine kritische Öffentlichkeit herzustellen.“

„Das besondere an der Wende ´89 ist, dass es wirklich eine friedliche Veränderung, eine friedliche Revolution war. Und das vor einer Situation, die sechs oder sieben Monate vor dem Fall der Mauer für viele Menschen eher hoffnungslos war“, sagt Regisseur Blum. „Die Welt ist veränderbar – und das sogar friedliche.“

Auch für die Besucherinnen und Besucher war der Abend eine gut durchdachte Veranstaltung. „Solche Filmabende sind sehr gut, weil sie Dinge in Erinnerung rufen, die sonst, nach 25 Jahren, langsam aber sicher verschwinden. So werden die Bilder der Umweltverschmutzung aufgehoben und gehen nicht verloren“, erklärt Edda Ahrberg (Cobbel). Ähnlich äußert sich Norbert Krebber (Wahrenberg): „Die Skandale sind auch heute da, aber meist nicht so sichtbar. Von daher ist es entscheidend, dass solche Dokumentationen diese Wahrnehmungsdefizite auch heute immer wieder sichtbar machen.“

„Das war eine gelungene Veranstaltung, weil wir aus zwei unterschiedlichen Richtungen die DDR betrachtet haben: Zeitzeuge Michael Beleites berichtet sehr persönlich aus der DDR-Umweltbewegung und Roland Blum lieferte mit seinem Film einen Überblick der Umweltprobleme in der DDR.“

Olaf Meister, Abgeordneter der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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(Aus Pressemitteilungen von http://gruene-fraktion-sachsen-anhalt.de)