Rerik

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Zum Abschluß noch einmal ein voller Saal. Hier ist die regelmäßige Auseinandersetzung nach einem Film in der Diskussionskultur zu spüren.

Mein Fazit: Die Filmgespräche verliefen alle unterschiedlich. Meist ergab schon die erste Frage die Richtung für den weiteren Verlauf. Dabei waren es meist die unterschiedlichen Facetten des Films, die mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen verknüpft die Zuschauer miteinander vereinte. Ich erntete auch regelmäßig Dank und Anerkennung dass ich 1990 den Mut fand ohne finanzielle Absicherung dieses Filmprojekt zu beginnen und wenn ich die Reaktionen auf den Film aus dieser Reise zusammenfasse, dann bin ich auch stolz auf meine und die Arbeit des gesamten Teams – denn Film ist immer Teamarbeit. Für mich war die direkte Konfrontation mit dem Zuschauer das bereichernde Erlebnis. Kein Vergleich zu Zuschauerreaktionen nach der Ausstrahlung von Filmen im Fernsehen und die Reaktionen die erst mit der Zuschauerpost zeitversetzt eintrudeln. Das ist schon etwas anderes das Räuspern oder auch den einen oder anderen Lacher während der Film läuft zu erleben. Kino erzeugt ein besonderes Gefühl beim gemeinsamen Schauen.

Bergen

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Die industriellen Erntemethoden lassen doch so manches Korn bei der Ernte des Energiemaises durchfallen und füllen den Kropf der Kraniche.

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Das miz in Bergen war von dem Andrang fast ein wenig überrascht. Fast 80 Zuschauer, volles Haus und im Anschluß spannende Diskussionsbeiträge.

Bad Doberan

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Immer wieder am Horizont große Ansammlungen von Kranichen. Auf den frisch bestellten Feldern holen sie sich Energie für die große Reise.

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Herbst auch am Strand von Heiligendamm

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Noch immer faszinieren mich die Buchenwälder, die bis an die Steilküste der Ostsee reichen.

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Einen Film im Kino zu sehen das ist Atmosphäre und nicht mit dem Betrachten am Fernseher zu vergleichen. Kino ist auch ein sozialer Event.

Güstrow

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Auf Seitenstraßen nach Güstrow. Jetzt sind Alleen wie diese ein Fotomotiv. 1990 habe ich mich auf meinen Reisen nicht immer über das Rappelpflaster gefreut.

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Im Kunsthaus Güstrow gut eingebunden, Film ist nur ein Teil der Kulturszene.

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Am Anfang verlief die Diskussion nach dem Film in schon vorher erlebten Bahnen. Bis ein Zuschauer voller Emotionen das Wort ergriff, nachdem ich von Schwarmschutz bei den letzten großen Demos in Leipzig sprach. Der Mann berichtete von seinen Ängsten als er feststellen musste dass am 9. Oktober 89 die Nikolaikirche zu einem großen Teil von ihm bekannten Linientreuen so gefüllt war, dass er als regelmäßiger Teilnehmer der Montagsdemos keinen Platz mehr in der Kirche fand. Als er dies mit noch immer vibrierender Stimme beschrieb, entstand eine von mir vorher noch nicht erlebte Diskussion mit dem Publikum. Jetzt beim Aufschreiben kommen auch bei mir Erinnerungen aus den Erzählungen zurück die mir damals Zeitzeugen mit den noch recht frischen Erlebnissen von 89/90 erzählten.

Es waren wohl am Anfang immer nur recht kleine Gruppen, bis dann die Zahl nach Ungarn und der Prager Botschaft besonders in Leipzig von Woche zu Woche rapide anwuchs. Für meinen Film Mitgift waren es die im ganzen Land gut vernetzten Umweltgruppen die mir halfen die DDR mit der Kamera für mich zu entdecken.

Waren

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Auf dem Weg nach Waren. Bei der Einfahrt nach Ludorf eine riesige LKW-Schlange und um die Ecke geht es weiter. 1700 Tonnen Zuckerrüben, die Ernte von 17 ha muss nach Uelzen transportiert werden. Hier begegnet mir mein Drehort Güstrow. Dort wurde mit über 300 Millionen € nach der Wende die Zuckerfabrik renoviert und dann vor einigen Jahren abgerissen. Das war fast um die Ecke. Heute brauchen die Trucker 4 Stunden um ihre Fracht abzuladen.

Der Bauer bekommt für seine Quote von 1600 t den Garantiepreis und für die 1000 t die er mehr geerntet hat gerade einmal 6 € pro Tonne. Das sind die Ergebnisse der subventionierten Agrarpolitik in Deutschland und der EU. Am Vorabend bei der Diskussion nach dem Film in Brüssow kam der dringende Ruf nach einer tief greifenden Agrarwende die sich ein Stück weit von der Bioenergie dringend lösen muss.

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Das Haus Acht gehört zu den seit Jahren etablierten Abspielstätten des Landesverbands Filmkommunikation e.V. des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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Spannende Diskussion. Vieles hat sich bei dem Einen oder Anderen verklärt und unterschiedliche Erinnerungen treffen in den Reflektionen aufeinander. Nicht alle wollen an allen Stellen dem Tenor des Films folgen. Sie sind aber bereit die Authentizität der Bilder und die Aussagen der Protagonisten zu akzeptieren. Selten sind es jüngere Zuschauer die sich zu Wort melden. Meist kommen die Redebeiträge aus einer persönlichen Betroffenheit heraus.

Brüssow

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Auf dem Weg nach Brüssow in der Uckermark. Riesige Agrarflächen und hunderte Windräder – die Wegbegleiter im Norden.

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Das Kino in der kleinsten Stadt Brandenburgs.

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Noch sind die 35mm Projektoren einsatzbereit. Aber das Ende des Zelluloids für neue Produktionen ist abzusehen. Beim größten Filmhersteller Kodak wird bereits laut über das Ende der Filmherstellung nachgedacht.

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Der Kinosaal hat sich zum Treffpunkt für unterschiedlichste kulturelle Aktivitäten verwandelt.

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Der Kachelofen war ordentlich aufgeheizt und die anschließende Diskussion von Eingesessenen und Neubürgern aus den alten Ländern und Berlin drehte sich in erster Linie um die Probleme der konventionellen Landwirtschaft. Mais-Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden werden immer mehr zum Aufreger. Die Bedenken, dass der See erneut kippen könnte, macht Ängste.

Wismar

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Auf dem Weg nach Wismar

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Fischbrötchen muss sein

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Das Kino im Filmbüro war gut besucht, super Projektion und Suroundsound.

Filme zum Thema Umwelt sind keine Straßenfeger aber die Zuschauer die mir nach dem Film begegneten diskutierten engagiert. Teils aus Neugierde aber auch oft aus persönlicher Betroffenheit.

Sukow

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Treffpunkt 18:00 Uhr mit dem Kinderkino mobil vom Filmklub Güstrow im Gemeindehaus Sukow vor den Toren Schwerins. Hier begegnet mir auch ein Stück meiner Kindheit. In meinem Heimatdorf wurden in den 50er Jahren auch regelmäßig im Saalbau des Dorfgasthauses „Zum Grünen Baum“ Filme gespielt. Dorfgasthaus und Filmvorführungen verschwanden allerdings schon in den 60er Jahren. Kino gab es dann für mich nur noch in der Stadt.

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Uwe, rechts, ist schon zu DDR Zeiten noch mit Filmprojektor und schweren Filmrollen durchs Land gezogen. Dagegen ist die Digitaltechnik heute fast ein Kinderspiel. Nicht immer sind seine Spielstätten wie hier auf dem neuesten Stand der Technik und Uwe muss manchmal mit seinem Reiseequipment improvisieren.

Waren an der Müritz

Es sind rund 700 Kilometer von Niedernhausen nach Waren an der Müritz. Ich habe es nicht gezählt wie oft ich seit 1990 nach Mecklenburg gefahren bin; aber auch an diesem Tag wird mir wieder klar wie groß Deutschland seit der Wiedervereinigung ist.

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Als ich mich das erste Mal im Frühjahr 90 in Waren umschaute war der Tiefwaren praktisch tot. Die erste Station, das Hotel Amsee, ist erst seit kurzem Mitglied im Landesverband Filmkommunikation e.V. des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

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Nach dem Film eine spannende Diskussion – der Film wühlt auf und für mich als Filmemacher ist der direkte Kontakt zum Zuschauer immer wieder ein neues Erlebnis.